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Türchen 21

Langsam wache ich auf, nehme die, meine, Umgebung wieder mehr wahr, höre meine Nakama rufen und lachen. Besonders eine helle und sehr vergnügte Stimme höre ich heraus. Die Stimme meines Kapitain. Monkey D. Ruffy. Dann höre ich noch die verspielte Stimme unseres Schiffsarzt, Tony Chopper, den ich aus dem Wasser fische, wenn er versucht Ruffy zu retten …
Ich kann einfach nichts dagegen tun. Der Kleine weckt einfach meinen Beschützerinstinkt. Vermute ich.
Meine recht Hand am Hinterkopf, die andere zum Himmel streckend, stehe ich auf.
Und niese.
„Haaatschiiii~“, reibe mir die Nase und schaue mich um.
Alles ist weiß.
Schnee.
Deshalb sind meine Nakama so außer sich. Ich frage mich, warum ich noch nicht von einem Schneeball getroffen wurde …
Patsch!
Ich musste ja mein Unglück heraufbeschwören.
Etwas verwirrt schaue ich dem Schiffsarzt, dem kleinen Chopper, nach, der kichernd zu Ruffy und Lysop läuft, die sich beide auf die Schenkel schlagen und lachen.
„Grrr…“
Ich bücke mich zum Boden. Sie wollen eine Schlacht? Die können sie haben!
Ich forme nicht einen, sondern drei Schneebälle, so wie sich das gehört!
„Drei-Schneeball-Stil.“
Die Gesichter meiner drei Angreifer sind Angsterfüllt.
Alle starren sie mich an, ich grinse und … werfe.
Ein dreifaches
Patsch!
erklingt wie Musik in meinen Ohren. Und ich lache Tränen, so verdattert wie diese drei Chaoten aussehen …
Da hätte man echt ein Foto von machen sollen!
„Aber Zoro~ Warum hast du mich abgeworfen …?“, fragt mich nun Chopper, seine Augen sind größer als die drei Schneebälle zusammen. Mein Schuldgefühl bleibt jedoch nicht ganz unberührt, so wie es sich eigentlich für einen Schwertkämpfer gehört.
Bei diesen Augen kann man einfach nicht 100% resistent sein!
„Weil, Chopper, du mich zuerst abgeworfen hast. Ich weis“, wehre ich ab, als er gerade Einspruch erheben will, „dass die zwei dort dich angestiftet haben, deshalb haben sie auch die größeren Schneebälle abbekommen …“
Ein doppeltes Geschoss fliegt auf mich zu, doch ich kann ausweichen.
Während ich da auf dem Boden liege kratze ich etwas Schnee zusammen und erhalte einen Monster Schneeball.
„Monster Strike!!!“
Rufe ich und werfe den Schneeball nach dem Schützen und dem Kapitain dieser Crew.
Leider wird nur Lysop getroffen, Ruffy ist ausgewichen.
„Haaatschii~“
Kommt es von mir und Chopper stürzt sich auf mich.
Seinen Huf auf meiner Stirn fühlend –sie ist überraschend kalt- stehe ich da, meine Beine fühlen sich auf einmal merkwürdig an. So … moosartig.
Weich und irgendwie schwach.
Ich spanne meinen Körper an, darf keine Schwäche-
„Du hast ja Fieber, Zoro!“, ruft der Kleine mir ins Ohr, er sitzt auf meiner Schulter und klingt recht panisch.
Wahrscheinlich weil ich ein wenig Temperatur habe.
„Keine Sorge, ich bin immer so warm, Chopper.“
Leider achtet der kleine Arzt nicht auf meinen Einwand und rast in sein Arztzimmer, holt ein Thermometer und kommt wieder zurückgesprintet.
Die Augen habe ich geschlossen, ich konzentriere mich aufs Stehen.
„Mund auf!“, wird mir befohlen. Ich gehorche, denn jetzt zu protestieren, währe reine Kraftverschwendung.
„42°C!!!“ Kommt es nach kurzer Zeit von unserem Notproviant und er transformiert.
Ich werde hochgehoben.
„Mir … geht’s gut … Chopper …“, wende ich, zugegebenermaßen ziemlich schwach ein, als er mich auf ein Bett in seinem Krankenzimmer legt.
„Ganz bestimmt nicht, Zoro!“, meint der nur ernst und klatscht mir ein eiskaltes und nasses Tuch auf die Stirn.
„Aber-“
„Nichts Aber! Du bleibst jetzt hier liegen.“
Ich höre aufgeregte Stimmen, anscheinend erzählt Lysop gerade den anderen, wie schwach ich doch bin …
Heh … in Gedanken lache ich schwach auf.
Dann dämmere ich langsam weg, bemerke noch, wie eine Menge Leute davon abgehalten werden, in den Raum zu stürmen …

„Wird … wieder … gesund?“, leise und irgendwie weit weg höre ich Gemurmel.
„Mhhmmmrr….“, murre ich, die Stimmen sollen mich gefälligst schlafen lassen!
„Hey! Er wacht auf!“
Nein, ich will schlafen …
Lautes Gelächter, irgendwie klingt es erleichtert, schallt an meine Ohren.
Vielleicht hat Lysop ja was Witziges erzählt?
Etwas genervt –die haben einfach nicht aufgehört zu lachen- mache ich mein rechtes Auge auf. Und direkt wieder zu.
Viel zu hell.
„Zoro! Zoro, hey, Zoro!“, wird nach mir gerufen und ich setze mich auf.
„Na, wie geht’s dir, Schwertfuchtler?“
„Gut genug um dir deine Visage zu polieren, Kochlöffel!“, erwidere ich aus purem Reflex.
Wieder schallt mir Gelächter –meiner Nakama, wie ich festgestellt habe- entgegen und lässt meinen Kopf etwas dröhnen.
„Juhuuu!! Zoro geht’s wieder gut!“, und ein Klonk! folgen auf diese wunderbare Begrüßung.
„Noch ist er nicht ganz gesund, du Hirni!“, erklingt Nami’s ‚liebliche’ Stimme.
Ich hatte meine Augen geöffnet und sah, dass Ruffy sich gerade vom Boden aufkratzte, wie Sanji von Lysop und Chopper aufgehalten wurde und eine vor Wut sprühende Nami, die wütend vom Koch zum Kapitain schaute.
„Mir geht’s wundervoll, ich geh trainieren.“
Diesmal schoss es mir allerdings entgegen. Ein lautes und einstimmiges „Nein!“ meiner Nakama. Sogar der Koch hatte mitgemacht.
Hatten die das geübt?
Naja, kann mir doch egal sein.
Langsam versuche ich aufzustehen, doch bevor ich auch nur einen Fuß auf den Boden gesetzt habe, drückt mich etwas Weiches und Fellartiges zurück.
Chopper.
„Hey!“, protestiere ich, werde aber –zu meinem Ärger- weiterhin festgehalten.
„Weist du eigentlich wie lange du gepennt hast?“, fragt mich der Doktor, Sorge schwingt in seiner Stimme mit.
„Keine Ahnung, einen Tag vielleicht?“
Ich war schließlich Ahnungslos. Immer hatte ich geschlafen.
„Fünf Tage.“
Meine Augen weiten sich vor Erstaunen, Vier Tage?! Unmöglich!
Das wirft mich ja meilenweit im Training zurück!
Verdammt!
„Dein Training ist jetzt erstmal egal, aber du musst etwas essen!“
Ich murre, essen ist nicht so wichtig wie Training, schade nur, dass ich mit dieser Ansicht alleine dastehe.
Sogar mein Magen hat sich gegen mich verschworen.
Der klingt ja schlimmer als ein knurrendes Seemonster …
Seemonsterfleisch …
„*Knurrr*“
Na toll. Meine Nakama lachen schon wieder, wobei der Koch raus gegangen ist.
Er bringt mir was zu essen.
„Iss auf.“
Ich weis, dass er das Essen nicht vergiftet hat, dazu sind ihm Lebensmittel zu wichtig, außerdem besteht mein Magen immer noch knurrend auf etwas Essbares, also nehme ich ohne zu Zögern die Schüssel und schaue hinein.
Suppe.
Na klasse. Noch nicht einmal Fleisch.
„Fleisch ist hier.“
Der Koch hat doch tatsächlich noch nen Extrateller fürs Fleisch mitgebracht!
Ich nehme ein Fleischstück und lasse es in die Suppe gleiten, beginne dann langsam –zu meinem Leidwesen unter den Wachsamen Augen meiner Freunde- zu essen.
Es ist lecker, wie es anders nicht zu erwarten war.

„Warum seid ihr alle so freundlich?“, frage ich dann doch schließlich. Immerhin hatte Nami mir vorhin keine verpasst, obwohl ich ab und zu den Koch geärgert habe.
Fragend werde ich angeschaut, bevor die Hexe, die heute irgendwie nett ist, lächelt und so freundlich ist, mich aufzuklären.
„Also, 1. Du bist krank und warst die letzten Vier Tage weggepennt.
          2. In drei Tagen ist Weihnachten und du hast noch nicht alle Geschenke...“
Sie ist immer noch eine Hexe.
Unsere allseits geliebte Navigatorin weis nämlich, dass ich noch kein Geschenk für Chopper habe.
„Drei Tage…“, murmle ich vor mich hin.
„Kommt, lassen wir Zoro etwas ausruhen!“, schlägt das kleine Rentier vor.
„Aber ich will-“, wendet mein Kapitain ein, wird dann aber sehr still.
Also verlassen langsam alle den Raum, Chopper jedoch bleibt.
Er wechselt das Tuch auf meiner Stirn aus, steckt mir ein Thermometer in den Mund und summt leise vor sich hin.
Ich starre an die Decke.
„Danke.“
Mein kleiner Schutzbefohlener dreht sich überrascht zu mir um und starrt mich an.
„Eeehh?“
Ich grinse leicht und antworte.
„Danke, dass du mich wieder gesund gepflegt hast. Du wirst mal- nein, im Grunde bist du schon ein fabelhafter Doktor“, sage ich leise, ich meine es so. Denn selbst ich weis, dass 42° Fieber ziemlich schlecht sind, ich kenne Leute, die sind schon bei 40° gestorben.
Dass ich überlebt habe, ist zweifellos dem kleinen, in diesem Moment tanzenden, Arzt zu verdanken.
Für mich, das muss ich ehrlich zugeben, ist er der beste Doktor. Denn er ist der Erste Arzt, dem ich wirklich mein Leben anvertraue. Sogar –fast- Protestlos.
„Wieso das Lob?“, fragt Chopper leise als er sich wieder beruhigt hat.
„Weil du es verdienst“, antworte ich mit fester Stimme.
Der Schiffsarzt nickt und strahlenden und glänzenden Augen verlässt er den Raum, als er festgestellt hat, dass meine Temperatur ‚nur’ noch 38°C ist.

In drei Tagen also, huh? Ich glaube, ich habe schon eine Idee, was ich meinem kleinen Schützling schenken könnte.
Und nein, ein Medizinbuch wird es nicht sein, denn er kennt die, die ich auftreiben könnte, wahrscheinlich alle schon auswendig …

 

Vielen Dank Blackrider :)