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Türchen 3

Danke an Ilumina (Alessa) und Sulplicia (Mrs_de_Flamingo)

 

Weihnachten auf der Moby Dick war schon immer ein besonderes Erlebnis gewesen, nicht zuletzt wegen den ganzen Fässern mit Alkohol.

Der Geruch von frisch gebackenen Plätzchen hing in der Luft, an den Feiertagen war eine angenehme Ruhe eingekehrt nur vereinzelte Krankenschwestern wuselten durch das Schiff und machten sich emsig daran Mistelzweige und allerlei andere Sachen aufzuhängen.

Allerdings brachte die Weihnachtszeit nicht nur positives mit sich. Eben jene Mistelzweige waren es, die mit Abstand die meiste Verwirrung an Deck bracht, denn nicht selten landete man statt mit einer der Krankenschwestern, mit einem der anderen Crewmitglieder unter den mysteriösen Kräutern der Liebe. Die seltsamsten Küsse wurden getauscht und nach wenigen Jahren mauserte sich der Ort in der Nähe der Tür zum geheimen Versteck für allerlei Spanner.

Gerade saß der 4. Maat noch in seinem Versteck und schaute verzückt auf das  wippenden Hinterteil einer Blondine, die bei ihrem vergeblichen versuch einen neuen Mistelzweig anzubringen, wohl unwillentlich, eine ziemlich gute Figur machte, als er ein verdächtiges Geräusch hörte.

Es klang so als würden mehrere Schweine im Chor Grunzen. Das konnte im Prinzip nur eines bedeuten, Marco und Ace mussten mal wieder ihre Männlichkeit überprüfen. Dabei war doch schon längst klar, dass er, Thatch, der männlichste von allen war.

Seine These wurde auch schon bestätigt als sich beide Kommanten mit einem schweren Poltern und jeweils dümmlichen grinsen im Gesicht neben ihm niederließen. Ace hatte wohl am morgen versucht seine wilde Haarmähne mithilfe einer Zipfelmütze in Form zu halten, was ihm allerdings kaum gelungen war, da seine Haare unter dem Pelzbesatz wie noch wirrer als sonst hervorlugten.

"Na, was machst du hier?", Ace grinste sein altbekanntes Strahlegrinsen und schien sich mal wieder über irgendwas einen Ast abzufreuen. Das konnte dann im Prinzip nur eines bedeuten: er hatte den Wettstreit mit Maroc gewonnen. Das würde dann such die verdrießliche Miene des Phönix erklären. Thatch war ja immer noch der Meinung, dass sie sich diesen Wettkampf sparen könnten, aber niemand hatte ihn nach seiner Meinung gefragt, weswegen er jene einfach mal stecken ließ und auf die Frage antwortete: "Ich? Ich genieße hier nur die Aussicht".

Hmmmm Ace´s Mund wurde unter gespieltem Erstaunen zu einem kreisrunden O geformt und nach einem kurzen Moment des Umsehens war das "Objekt der Aussicht" schnell gefunden. Thatch bereute seine Worte natürlich sofort als er sah wie sich ein breites grinsen auf die gesichter der beiden Tunnichtgute schlich....das würden tolle weihnachten werden...

"Hast du vor sie anzusprechen?", Ace musste natürlich gleich wieder Nägel mit Köpfen machen. Thatch verdrehte die Augen: "Ich habe gesagt ich will die Aussicht genießen. Das heißt ich hole mir Appetit, nicht dass ich esse. Kapiert?" Marco grinste: "Aber wo ist denn da der Spaß, wenn man immer nur anschaut und nie richtig genießt? Ich glaub wir müssen dir mal einen Schups in die richtige Richtung geben". Oh Mann. Thatch würde das mit Sicherheit noch bereuen. Wenn sich die Beiden einmal was in den Kopf gesetzt hatten, dann kamen sie davon so gut wie nicht mehr los.

Gesagt, getan. Schon erhob sich der Blondschopf und trollte sich in Richtung des süßen Blondine im Weihnachtselfen Kostüm, dass sie eigens für Pops angelegt hatte und noch immer damit beschäftigt war, auf nicht gerade effektive Weise die Flure zu dekorieren.

Wenn es eine Liste mit den dümmsten Flirtsprüchen die die Welt je gesehen hat gäbe, dann hätte Marco sicherlich schon jeden davon ausprobiert. Egla wie abgegriffen, egal wie bescheuert, Marco war sich in solchen Dingen für nichts zu schade. "Na Süße? Heute Abend schon was vor? Ich hab einen Kumpel, dessen Bettwäsche würde perfekt zu deinen Augen passen, eh?" Man merkte, dass der Phönix schon den ein oder anderen Glühwein intus hatte. Vielleicht sogar stärkeres, aber wer konnte schon wissen, was sie so alles an Bord hatten. Die Moby dick war groß, da gab es genügend Möglichkeiten Gesöff zu verstecken - und die wurden beileib auch genutzt!

Die Zuschauer, die wie gebannt das Schauspiel verfolgten hatten mit vielen gerechnet, Marcos feucht-fröhlichen Sprüchen und unmoralischen angeboten, bis hin zu Gefummel unterm Mistelzweig und sofortigen "Abtransport" der Schwester. Umso größer war dann das Erstaunen als besagtes Krankenpersonal mit angeekeltem Gesichtsausdruck versuchte die Alkoholfahne von ihrer Nase zu wedeln und aus sogleich mit einem spitzen Kommentar Marcos Ego unter die Gürtellinie traf.

"Wenn der im Bett so viel drauf hat wie du, dann lieber nicht". Marco, und jetzt wurde verdammt noch mal richtig klar wie viel er eigentlich getrunken hatte, verstand diese Abfuhr vollkommen falsch: "War ich zu gut? Das tut mir leid, also dann wird Thatch genau deine Kragenweite sein". Eben jener verdrehte die Augen, wenn der Phönix meinte Unfrieden stiften zu müssen, dann war das eben so, da stand er drüber. Die Krankenschwester schüttelte seufzend den Kopf und ließ Marco alleine unter dem Mistelzweig stehen, den sie mittlerweile tatsächlich hatte anbringen können. Thatch verzog den Mund zu einer Schnute, wurde Zeit, dass er auch mal einen Gegenangriff startete. Ace war mittlerweile aufgestanden und sah sich nun nach seinem nächsten Ziel um, Thatch nutzte das und gab ihm einen Schups, direkt in Richtung Mistelzweig. Nun standen also zwei Kommandanten darunter und Thatch war gespannt auf das Spektakel.

Sich mit einem diabolischen Grinsen zum Gehen wendend, war das letzte was er sah ein komplett verwirrter Marco, der nunmehr einen errötenden Ace in den armen hielt der ununterbrochen auf seine Schuhe starrte und nervös an seinen Hosentaschen rumnestelte.

Wie die Beiden letztendlich auseinander gehen würden, das überließ er einfach ihnen.

 


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